Unsere pädagogische Arbeit ist stark beeinflusst von Ideen und Ansätzen der Reggio- und der Montessoripädagogik. Wir haben aber keine reinen Montessori- oder Reggio-Kitas. Wir haben uns für unser eigenes Konzept die Ansätze und Ideen herausgesucht, die wir selbst sinnvoll und gut finden und die sich in der pädagogischen Praxis bewährt haben.

Wie M. Malaguzzi, der Begründer der Reggiopädagogik sehen wir das „Kind als Forscher“, der sich selbst und seine Umwelt entdeckt. Wir sehen uns verpflichtet, diesem Drang des Kindes nachzukommen, indem wir es durch Zeit, Material und Raum dabei unterstützen. Ferner sehen wir uns als Begleiter und nicht als Helfer des Kindes im Sinne von M. Montessoris Leitsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Der Weg zur Selbstständigkeit des Kindes steht bei uns an erster Stelle. Ab ca. 1 ½ Jahren lernen die Kinder bei uns zunehmend selbstständig zu sein, das heißt sich selbst anzuziehen, beim Frühstück sich ein Brot zu nehmen, sich selbst die Zähne zu putzen, Hände zu waschen u.s.w.. Natürlich arbeiten wir auch nach dem Berliner Bildungsprogramm. Dabei ist unser Ziel eine ganzheitliche Bildung, also die Förderung von "Herz, Hand und Kopf" (frei nach Pestalozzi: emotionale, soziale, motorische, handwerkliche sowie geistige Kompetenzen). Hierzu arbeiten wir mit unseren Kindern viel in Projekten.

Besondere Schwerpunkte bei der Bildungsarbeit sind:

 

Musik, Bewegung, bildnerisches Gestalten sowie Natur & Umwelt.

Es gibt ein wechselndes Rahmenprogramm mit Projekten, Gruppenarbeiten und -spielen usw.

Für die verschiedenen Altersgruppen gibt es z. T. unterschiedliche Angebote. Feste wöchentliche Angebote sind z. B. die Vorschularbeit mit Kindern ab ca. 4 Jahren und Bewegung/motorische Übungen/Sport. Ergänzt wird dieses Programm durch wechselnde Projekte.

Es gibt - im Sinne der Ansatzpädagogik - aber auch genügend Raum für die Kinder, sich selbst mit Dingen ihrer Wahl zu beschäftigen. So entstehen immer wieder auch Projekte. Ein Kind beschäftigt sich z. B. mit einer Frage, interessiert sich für ein bestimmtes Thema oder erlebt eine Konfliktsituation. Die Erzieherinnen greifen die daraus resultierenden Fragen des Kindes auf, und unterstützen das Kind oder die Kinder z. B. in Form eines Projekts oder Experiments dabei, zu lernen und zu verstehen.

 

Die Vorschularbeit/Bildungsarbeit

Der Schulbeginn ist für Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Meist lange bevor die Kinder eingeschult werden, lässt sich ein starkes Interesse am Umgang mit Farben, Formen, Zahlen und Buchstaben erkennen. Schon recht früh unterscheiden Kinder zwischen Bildern, Zahlen und Schrift. Wir betrachten Bildung als ganzheitlichen Prozess, der emotionale, soziale, motorische, kognitive und ästhetische Lernziele beinhaltet. Unser Ziel umfasst die gesamte Persönlichkeitsentwicklung.

Im Rahmen der Vorschularbeit vermitteln wir nicht nur Inhalte und Wissen, wie z. B. Zahlen und Buchstaben, sondern wir fördern auch die Konzentration der Kinder, ihre Fähigkeit, ruhig zu sein, still zu sitzen und zuzuhören sowie systematisch und themenbezogen zu arbeiten. Dies erachten wir als besonders wichtig, da Kinder in der Schule oft nicht an den Inhalten scheitern, sondern an der Fähigkeit zur Konzentration und am methodischen Arbeiten. Wir wollen die Kinder darin fördern, ihre unmittelbare Umwelt aufmerksam wahrzunehmen, Fragen zu stellen, nachzuforschen und Antworten zu finden. Der Prozess des Lernens – sowohl individuell als auch in Gruppen – ist uns dabei ebenso wichtig, wie das Finden von Ergebnissen oder das Fertigen von Produkten (Basteleien). Vorschularbeit bedeutet für uns auch: - dass Kinder lernen, sich sozial zu verhalten und Verantwortung für Andere zu übernehmen, etwa für ein jüngeres Kind (beim An- und Ausziehen oder beim Zähneputzen helfen) oder die Pflege von Pflanzen (gießen). - dass die Kinder in Arbeiten des Tagesablaufs einbezogen werden, wie Aufräumen, Tische abwischen, einkaufen, einen Einkaufszettel malen. - dass Kinder demokratisch an Entscheidungen partizipieren, z. B. gemeinsam mit den Erzieherinnen Kita-Regeln aufstellen, überarbeiten und neu aufstellen.

 

Die musikalische Früherziehung

Musik, Musizieren und Musikerziehung fördert die kognitive, kreative, ästhetische, soziale, emotionale und motorische Entwicklung bei Kindern. Durch das Einüben von Liedern und Singen von Texten werden in besonderem Maße die sprachliche Entwicklung und der Wortschatz der Kinder gefördert und erweitert. Sprachfördernde Anlässe werden geschaffen. Fragen entstehen zu neuen Wörtern und Inhalten der Texte, die Kommunikation der Kinder (auch untereinander) wird gefördert. Durch die Arbeit in kleinen Gruppen werden Vorurteile und Abneigungen abgebaut. Eher ruhige oder „Außenseiter-Kinder“ beteiligen sich mehr und werden in die Gruppe integriert. Sie erleben Erfolgserlebnisse und Wertschätzung, Selbstvertrauen wird aufgebaut. Das häufige Wiederholen von Liedern schafft Sicherheit in Tonation, Ausdruck, Melodie und Sprache. Unsicherheiten und Ängste werden durch das Musikmachen abgebaut. Musikalische Bewegungsspiele, Singspiele, Kreisspiele fördern das Koordinationsvermögen und die Motorik der Kinder. Kinder erleben beim gelungenen Nachsingen auch ein Glücksgefühl. Sie haben außerdem Freude an der Melodie sowie beim Kennenlernen von neuen Instrumenten, Liedern, Melodien, Rhythmen, Tänzen, Kreisspielen und so weiter. Wir möchten ihre Begeisterungsfähigkeit fördern. Der Spaß steht dabei im Vordergrund. Wir möchten keinen Leistungsdruck erzeugen. Musikalische Veranlagungen und Begabungen können durch die musikpädagogische Arbeit im Kindergarten früh erkannt und gefördert werden.

 

Natur und Umwelt

Stadtkinder haben oft nur sehr eingeschränkt Kontakt zur Natur. Den absolut größten Teil ihrer Zeit verbringen sie in geschlossenen Räumen, also zu Hause und in der Kita oder Schule. Die Wege von einem zum anderen Ort werden meist mit dem Auto unternommen. Dies führt dazu, dass Kinder immer weniger über ihre Umwelt wissen. Außerdem ist ihre künstliche Umwelt viel ärmer an Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten als die Natur. Es ist mittlerweile erwiesen, dass Kinder, die mit viel Naturkontakt aufwachsen, seelisch ausgeglichener und körperlich gesünder sind. Mit wechselnden umweltpädagogischen Angeboten möchten wir den Kindern sowohl Wissen über Natur & Umwelt vermitteln als auch die Liebe zur Natur nahe bringen. Dazu zählt auch das Wissen über die Bedrohung der Natur durch Umweltzerstörung und über die Notwendigkeit, sich selbst umweltbewusst zu verhalten.

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